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Am 05.12.03 bezogen die Kinder der KfH - Kinderdialyse Leipzig neue Räume
im Städtischen Klinikum St. Georg. Zur feierlichen Eröffnung waren
zahlreiche Gäste geladen. Auch Vertreter des IDN Leipzig waren geladen
und unser Vorstandsmitglied Marco Bäthe überbrachte Grüße und Glückwünsche
des Vereins:
"Meine sehr geehrten Damen und Herren,
im Namen des Interessenvereins für Dialysepatienten und
Nierentransplantierten Leipzig e.V. und des Dialyseverbands Sachsen e.V. möchte
ich mich recht herzlich für die Einladung zur feierlichen Eröffnung
dieser schönen, neuen Kinderdialyse bedanken und recht herzliche Grüße
und Glückwünsche überbringen.
Wird ein Haus errichtet, so soll es für seine Bewohner auch ein Ort der
Sicherheit sein - eine Stätte, in dem sie Vertraute und Vertrautes
finden. Genau so soll es in einem Zentrum für die Behandlung
nierenkranker Kinder sein.
Es ist auch immer ein Haus mit einer besonderen Bedeutung. Die
zeitweiligen Bewohner sind hier zwar nicht die Hausherren, sie leben auch
nicht ständig in diesem Haus. Dennoch verbringen sie einen großen Teil
ihrer Zeit darin. Sie finden hier zum Glück das, was sie in ihrer
derzeitigen gesundheitlichen Lage am dringendsten benötigen. Das sind ärztlicher
Rat und Hilfe, liebevolle Zuwendung durch alle, die hier arbeiten. So, wie
schon die vorherigen Häuser besondere Häuser waren mit besonderen
Menschen, so wird dieses sicher auch ein Haus mit großen Herzen für
unsere betroffenen Kinder und Jugendlichen bleiben.
Wenn ich nicht schon erwachsen wäre, würde ich hier auch mit eingezogen
sein.
Und ich erkläre auch wieso:
Als ich 1985 als 11 – jähriger das erste Mal an die Dialyse kam, war
diese im Abtnaundorfer Schloss. Als ich diese Kinderklinik zum ersten Mal
sah, war ich ganz schön beeindruckt, denn wir Kinder konnten uns dort
wirklich wie kleine Schlossherren fühlen. Wir hatten die besten Zimmer
mit Vollverpflegung, auch wenn wir damals nicht sehr gut gegessen haben
weil es ja damals noch kein Epo gab und wir jeden 2. bis 3 Monat
Blutkonserven brauchten. Aber da waren ja noch unsere lieben Erzieherinnen
und auch die Schwestern, die sich zum zweiten Frühstück oder Abendbrot
in die Küche stellten und Röstschnitten machten. Ja, so verwöhnt wurden
wir schon damals. Es wurde aber auch in anderer Hinsicht gut für uns
gesorgt. Wir sind in jedem Jahr in die Ferienfreizeit gefahren, zu meiner
Kinderdialysezeit in die Dahlener Heide.
Es gab aber auch seltene Feriendialyseplätze an der Ostsee, wo dann Ärzte
und Schwestern aus den Kinderdialysezentren die Betreuung vor Ort übernommen
haben.
Die Kontakte untereinander waren für uns Betroffene immer sehr wichtig.
Deshalb gab es z.B. regelmäßige Elternforen. Und auch unser alljährliches
Kinderfest, dass immer sehr großen Spaß gemacht hat, vor allem in dem
schönen Park am Schloss.
Zu meiner Kinderdialysezeit waren die meisten Kinder und Jugendlichen der
heutigen Kinderdialyse internatsmäßig untergebracht, ich z.B. wohnte von
1985 – 1989 in der Klinik. Das heißt, die Ärzte, Schwestern, unsere
Psychologin und die Erzieher der Dialyse und der Station haben immer ganz
engen Kontakt zu den Patienten, dadurch hat sich, zumindest habe ich das
so erlebt, ein so enges, man kann schon sagen familiäres Verhältnis,
entwickelt. Das bis zum heutigen Tag besteht und für das ich so dankbar
bin. Ohne die Unterstützung durch die Kinderdialyse hätte ich
wahrscheinlich keinen Realschulabschluss erreicht und meine Lehre zum
Industriekaufmann erfolgreich abgeschlossen.
Heute bin ich auch aktiv im Vorstand des Dialyseverbandes tätig. Als
Patientenverband möchten wir Sie in Ihrer Arbeit auf vielfältige Weise
unterstützen. Es geht dabei u.a. um Qualitätssicherung in der
Nierenersatztherapie oder um Weiterbildung und Wissensvermittlung bezüglich
der Erkrankung, um Ernährung oder auch um Bewältigung der Erkrankung im
sozialen und psychosozialen Bereich an uns Patienten.
Nur dadurch können wir zum kritischen und kooperativen Patienten werden.
Alle Angebote des IDN Leipzig e.V. stehen auch Eltern der Kinderdialyse
zur Verfügung. Dabei kümmert sich die Eltergruppe unseres Verbandes um
die besonderen Bedürfnisse der chronisch nierenkranken Kinder und
Jugendlichen.
Wir würden uns freuen, wenn unsere Zusammenarbeit weiterhin so gut
verlaufen würde. Auf uns können sie zählen, wenn es um "unsere"
Kinder geht, denn diese sind uns ganz besonders wichtig. Deshalb würden
wir uns freuen, wenn auch unser Verband in diesem Haus sozusagen als
Untermieter ein Zuhause finden würde – ein Zuhause für eine aktive
Selbsthilfegruppe, die sich gemeinsam mit Ärzten und Schwestern um Kinder
und deren Eltern sorgt.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein gutes Wirken in Ihrem neuen
Haus."
Marko Bäthe
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